Nachrichten und Berichte 1/2003

Abschied auf österreichisch...

Als Radio Österreich International (ROI) gezwungen wurde, den arabischen Dienst einzustellen, wandten sich die Mitarbeiter unter Leitung von Prof. Anas Schakfeh (u.a. Vorsitzender der islamischen Glaubensgemeinschaft, der zweitgrößten in Österreich) an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit der Bitte um Stellungnahme und um die Aussichten, diesen gerade in der gegenwärtigen geopolitischen Situation besonders wichtigen Sprachdienst doch noch weiterzuführen.

Die Antwort kam nicht vom Kanzler, sondern von dessen "Bürgerservice". Sachbearbeiter war Ministerialrat Dr. Ludwig Follner. Wer nun erwartet hat, dass den Mitarbeitern für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde, dass man ein Wort des Bedauerns für die Einstellung des Dienstes gefunden hätte, ja, dass der Angesprochene (der ja die drohende Einstellung von ROI durch Entzug des Budgets verursacht hatte) zumindest den Unterschied zwischen Kurz- und Mittelwelle kennt, wurde eines besseren belehrt. Hier ist das Schriftstück im Wortlaut. Jeder Kommentar erübrigt sich.

Redaktion


Wien, am 25. November 2002

GZ 98.01/018-KabHBK/2002

Sehr geehrte Mitarbeiter des Arabischen Dienstes,

Der Bürgerservice des Herrn Bundeskanzlers bestätigt den Erhalt Ihres Schreibens betreffend den weiteren Bestand von Radio Österreich International und darf Ihnen Folgendes mitteilen:

In der Amtszeit von Generalintendant Gerhard Weis wurde Radio Österreich International in die volle Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - der ORF hat auch bisher den Mittelwellensender betrieben - übergeben. Das Betreiben von Radio Österreich International ist Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrages des ORF. Natürlich unterliegt das Angebot von Radio Österreich International ebenso wie andere Programmangebote der technischen und finanziellen Entwicklung.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift: Ludwig Follner)